ich-habe-frĂŒher-immer-geweintWie ich euch in meinem letzten Post schon berichtet habe, hat meine Kamera mitten unterm Fotografieren gestreikt. Leider ist es jetzt amtlich, sie muss ersetzt werden 🙁 Da allein schon der Kostenvoranschlag € 75,- kosten wĂŒrde, habe ich mich dazu entschieden das Geld lieber in eine Neue zu investieren und meine treue alte WeggefĂ€hrtin in den wohl verdienten Ruhestand zu schicken.
Da ich also noch ein paar Tage ohne Kamera auskommen muss, habe ich mich durch mein digitales Bilderarchiv gewĂŒhlt um ein passendes Foto fĂŒr meinen monatlichen Beitrag „Ein schlauer Mensch sagte einmal…“ zu finden. Und ich muss sagen, dass ich eigentlich recht zufrieden mit meiner Auswahl bin. Sicher hĂ€tte ich euch liebend gern ein Foto von mir prĂ€sentiert, wie ich nass und matschig von oben bis unten auf einem Feld stehe und auf einen Fußball eintrete, aber leider muss ich euch den Anblick ersparen 🙂 <– Wie ihr seht, ich kann wieder lachen, obwohl mir die Sache mit meiner Kamera schon an die Nieren gegangen ist und mich an den Rand eines TrĂ€nenausbruchs gebracht hat. Wo wir ĂŒbrigens schon beim Thema Zitat sind, welches super zu meiner Situation passt.

„Ich habe frĂŒher immer geweint, weil ich kein Geld fĂŒr Schuhe hatte
um mit meinen Freunden Fußball zu spielen.
Aber eines Tages sah ich einen Mann auf der Straße der keine FĂŒĂŸe hatte
und mir wurde bewusst, wie reich ich tatsĂ€chlich bin.“
-Zinédine Yazid Zidane-

Seit ungefĂ€hr 8 Jahren war meine Kamera immer griffbereit wenn ich sie brauchte. Es war fĂŒr mich selbstverstĂ€ndlich eine so gute Kamera zu besitzen, dass es schon nichts Besonderes mehr fĂŒr mich war. Erst jetzt, als sie auf einmal nicht mehr so wollte wie ich, ist mir bewusst geworden, was fĂŒr ein schönes StĂŒck ich gerade verloren hatte.

Ich glaube, dass es den meisten Menschen so geht. Immer nur fixiert auf den Mangel und das was wir gerne hĂ€tten aber nicht haben. Dabei ist es viel wichtiger, sich auf das zu konzentrieren was wir schon haben und zufriedener mit dem zu sein. Was natĂŒrlich nicht heissen soll, dass man all seine WĂŒnsche und Ziele ĂŒber Board wirft, sondern eher, dass man etwas zufriedener in seiner Grundeinstellung wird und dann mit Bedacht seine WĂŒnsche anstrebt. Wenn man die ganze Zeit im geglaubten Mangelzustand lebt, erzeugt das noch mehr an Mangel, obwohl wir ja, wenn wir ehrlich sind, im Überfluss leben. Die meisten von euch werden die Situation sicher kennen, man bildet sich ein unbedingt etwas haben zu mĂŒssen, ist dann zwei oder drei Tagen zufrieden und danach ist es schon so selbstverstĂ€ndlich, dass es nichts Besonderes mehr ist und man fokussiert schon das NĂ€chste. Und erst wenn es abhanden kommt, weiß man was man daran hatte. Blöder Kreislauf!
Ich finde gerade der Herbst ist perfekt dazu gemacht, um in sich zu gehen und ĂŒber solche Sachen nachzudenken. Um im Endeffekt ein StĂŒck zufriedener mit sich, der Welt und den Dingen, die wir fĂŒr selbstverstĂ€ndlich betrachten, zu werden.

Da ich das GlĂŒck habe von lieben Menschen umgeben zu sein, die mir ein wenig unter die Arme greifen, bekomme ich noch diese Woche eine neue Kamera. Ich habe mir vorgenommen der Neuen in Zukunft mehr Liebe, Achtung und Zufriedenheit entgegenzubringen und meine geliebte Alte, die bekommt einen Ehrenplatz im Regal.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Steffi