ich-habe-fr├╝her-immer-geweintWie ich euch in meinem letzten Post schon berichtet habe, hat meine Kamera mitten unterm Fotografieren gestreikt. Leider ist es jetzt amtlich, sie muss ersetzt werden ­čÖü Da allein schon der Kostenvoranschlag ÔéČ 75,- kosten w├╝rde, habe ich mich dazu entschieden das Geld lieber in eine Neue zu investieren und meine treue alte Weggef├Ąhrtin in den wohl verdienten Ruhestand zu schicken.
Da ich also noch ein paar Tage ohne Kamera auskommen muss, habe ich mich durch mein digitales Bilderarchiv gew├╝hlt um ein passendes Foto f├╝r meinen monatlichen Beitrag „Ein schlauer Mensch sagte einmal…“ zu finden. Und ich muss sagen, dass ich eigentlich recht zufrieden mit meiner Auswahl bin. Sicher h├Ątte ich euch liebend gern ein Foto von mir pr├Ąsentiert, wie ich nass und matschig von oben bis unten auf einem Feld stehe und auf einen Fu├čball eintrete, aber leider muss ich euch den┬áAnblick ersparen ­čÖé <– Wie ihr seht, ich kann wieder lachen, obwohl mir die Sache mit meiner Kamera schon an die Nieren gegangen ist und mich an den Rand eines Tr├Ąnenausbruchs gebracht hat. Wo wir ├╝brigens schon beim Thema Zitat sind, welches super zu meiner Situation passt.

„Ich habe fr├╝her immer geweint, weil ich kein Geld f├╝r Schuhe hatte
um mit meinen Freunden Fu├čball zu spielen.
Aber eines Tages sah ich einen Mann auf der Stra├če der keine F├╝├če hatte
und mir wurde bewusst, wie reich ich tats├Ąchlich bin.“
-Zin├ędine Yazid Zidane-

Seit ungef├Ąhr 8 Jahren war meine Kamera immer griffbereit wenn ich sie brauchte. Es war f├╝r mich selbstverst├Ąndlich eine so gute Kamera zu besitzen, dass es schon nichts Besonderes mehr f├╝r mich war. Erst jetzt, als sie auf einmal nicht mehr so wollte wie ich, ist mir bewusst geworden, was f├╝r ein sch├Ânes St├╝ck ich gerade verloren hatte.

Ich glaube, dass es den meisten Menschen so geht. Immer nur fixiert auf den Mangel und das was wir gerne h├Ątten aber nicht haben. Dabei ist es viel wichtiger, sich auf das zu konzentrieren was wir schon haben und zufriedener mit dem zu sein. Was nat├╝rlich nicht heissen soll, dass man all seine┬áW├╝nsche und Ziele ├╝ber Board wirft, sondern eher, dass man etwas zufriedener in seiner Grundeinstellung wird und dann mit Bedacht seine W├╝nsche anstrebt. Wenn man die ganze Zeit im geglaubten Mangelzustand lebt, erzeugt das noch mehr an Mangel, obwohl wir ja, wenn wir ehrlich sind, im ├ťberfluss leben. Die meisten von euch werden die Situation sicher kennen, man bildet sich ein unbedingt etwas haben zu m├╝ssen, ist dann zwei oder drei Tagen zufrieden und danach ist es schon so selbstverst├Ąndlich, dass es nichts Besonderes mehr ist und man fokussiert schon das N├Ąchste. Und erst wenn es abhanden kommt, wei├č man was man daran hatte. Bl├Âder Kreislauf!
Ich finde gerade der Herbst ist perfekt dazu gemacht, um in sich zu gehen und ├╝ber solche Sachen┬ánachzudenken. Um┬áim Endeffekt ein St├╝ck zufriedener mit sich, der Welt und den Dingen, die wir f├╝r selbstverst├Ąndlich betrachten, zu werden.

Da ich das Glück habe von lieben Menschen umgeben zu sein, die mir ein wenig unter die Arme greifen, bekomme ich noch diese Woche eine neue Kamera. Ich habe mir vorgenommen der Neuen in Zukunft mehr Liebe, Achtung und Zufriedenheit entgegenzubringen und meine geliebte Alte, die bekommt einen Ehrenplatz im Regal.

Liebe Gr├╝├če,
Steffi